Hofabfindung

Den sog. wei­chen­den Erben steht nach § 12 HöfeO ein Anspruch auf eine Hof­ab­fin­dung zu. Die­se berech­net sich nach dem Ein­heits­wert des land­wirt­schaft­li­chen Betrie­bes. 

Geltendmachung der Hofabfindung

Korrektur des Einheitswertes

Vertragliche Vereinbarungen

Verzichtserklärungen

Hofabfindung

Hofabfindung – erbrechtliche Abfindung in der Landwirtschaft

Die Hofabfindung für die weichenden Erben

Rich­tet sich die Erb­fol­ge in einen land­wirt­schaft­li­chen Betrieb nach den Bestim­mun­gen der Höfe­ord­nung, so steht den wei­chen­den Erben – also den­je­ni­gen, die nicht Hof­er­be wer­den – ein Anspruch gegen­über den Hof­er­ben zu, die sog. Hof­ab­fin­dung nach § 12 HöfeO. Der Anspruch auf die Hof­ab­fin­dung bemisst sich dabei nicht nach dem Ver­kehrs­wert son­dern nach dem sog. Wirt­schafts­wer­tes des Hofes, mit­hin dem 1,5 fachen Wert des Ein­heits­wer­tes.  Hier­von sind in der Regel die sog. Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten die auf dem Hof las­ten in Abzug­zu­brin­gen. Wobei zumin­dest 1/3 des Wirt­schafts­wer­tes in die wei­te­re Berech­nung ein­zu­ge­hen hat. Wich­tig zu wis­sen ist dabei, dass ein bestehen­des Alten­teils­recht als Nach­lass­ver­bind­lich­keit gilt.

  • Anpas­sung des Ein­heits­wer­tes 

  • Ver­trag­li­che Rege­lun­gen zur Hof­ab­fin­dung

  • Ver­zichts­er­klä­run­gen 

  • Anrech­nung von Vor­emp­fän­gen 

Zeitnahe Terminvergabe

Lösungsorientierte Beratung

Individuelle Regelungen

Bauland als Hofabfindung für die weichenden Erben

Den Hof – so ist es in den meis­ten Land­wirts­fa­mi­li­en – erbt eines der Kin­der allein. Sol­len Bru­der oder Schwes­ter als Aus­gleich ein Bau­grund­stück erhal­ten, ruft das schnell den Fis­kus auf den Plan. Steu­er­lich inter­es­sant sind dann Gestal­tun­gen wie Ver­kauf oder eine Erb­bau­rechts­lö­sung.

Wei­chen­de Erben mit einem Stück im Betrieb vor­han­de­nen Bau­land abzu­fin­den, ist von jeher gän­gi­ge Pra­xis. Bis 2005 gab es dafür sogar einen Frei­be­trag bei der Ein­kom­men­steu­er. Der wur­de zwar lei­der gestri­chen, das Modell des Erbaus­gleichs durch ein Bau­grund­stück hat aber nichts von sei­nem Reiz ver­lo­ren. Ganz im Gegen­teil: In Zei­ten stän­dig stei­gen­der Grund­stücks­prei­se gewinnt es immer wei­ter an Attrak­ti­vi­tät. Nur müs­sen heu­te neue Gestal­tungs­we­ge gefun­den wer­den, um den wei­chen­den Erben steu­er­be­güns­tigt Bau­land oder zumin­dest eine Bau­mög­lich­keit auf betrieb­li­chen Grund­stü­cken ein­räu­men zu kön­nen.

Nachabfindungs – Anspruch der weichenden Erben

Nach­ab­fin­dungs­an­sprü­che ent­ste­hen in der Regel bei Ver­äu­ße­run­gen durch den Hof­er­ben oder erwirt­schaf­te­ter Ein­künf­te aus nicht land­wirt­schaft­li­cher Nut­zung. Dabei führt nicht jede Ver­äu­ße­rung oder ander­wei­ti­ge Nut­zung zu nicht land­wirt­schaft­li­chen Zwe­cken zu einem Anspruch der wei­chen­den Erben, hier ist stets der kon­kre­te Ein­zel­fall zu prü­fen. Neben den im Hof­über­las­sungs­ver­trag getrof­fe­nen Bestim­mun­gen ist zum einen bei der nicht land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung nach dem 1/10 des Hofes­wert zu fra­gen und des wei­te­ren sind auch die Reinves­ti­ti­ons­fris­ten zu beach­ten. Soll­ten Sie Fra­gen zu dem Bereich der Nach­ab­fin­dungs­an­sprü­che haben, ver­ein­ba­ren Sie einen ers­ten Gesprächs­ter­min.

  • Ver­trag­li­che Gestal­tung der Nach­ab­fin­dung 

  • Rege­lun­gen im Hof­über­las­sungs­ver­trag

  • Beschrän­kun­gen der Nach­ab­fin­dung  

  • Anrech­nung von Vor­emp­fän­gen 

Verzicht auf Hofabfindungsansprüche

In Hof­über­las­sungs­ver­trä­gen fin­den sich oft­mals Klau­seln, in denen ein wei­chen­der Erbe erklärt, er sei vom elter­li­chen Ver­mö­gen völ­lig abge­fun­den und habe kei­ne Erb- und Pflicht­teils­an­sprü­che mehr zu stel­len. Es sind auch Kon­stel­la­tio­nen denk­bar, in denen die wei­chen­den Erben auf Abfin­dungs­an­sprü­che ver­zich­ten, um die Wirt­schafts­fä­hig­keit des Hofes nicht zu gefähr­den.

Spä­tes­tens wenn der Hof­nach­fol­ger Land ver­kauft oder eine nicht­land­wirt­schaft­li­che Nut­zung aus­übt, stellt sich dem wei­chen­den Erben die Fra­ge, ob er ledig­lich auf Ansprü­che nach § 12 HöfeO ver­zich­tet hat oder ob der Ver­zicht auch die Nach­ab­fin­dungs­an­sprü­che des § 13 HöfeO betrifft.

Rechtliche Beratung im Höferecht

IWei­chen­de Erben wer­den bei der Gel­tend­ma­chung und Durch­set­zung ihrer Hof­ab­fin­dungs­an­sprü­che und Nach­ab­fin­dungs­an­sprü­che recht­lich beglei­tet. Fer­ner bera­ten wir Sie im Rah­men der ver­trag­li­chen Aus­ge­stal­tung der Hof­nach­fol­ge, um eine inter­es­sens­ge­rech­te Lösung für alle Betei­lig­ten zu fin­den. Dabei gilt es auch, die wei­chen­den Erben früh­zei­tig zu betei­li­gen, da es ins­be­son­de­re bei land­wirt­schaft­li­chen Ver­fah­ren früh­zei­tig gilt zu ver­hin­dern, dass die oft­mals vor­han­de­ne sehr emo­tio­nel­le Sicht­wei­se der Din­ge die recht­li­che Lösung behin­dert. Es bestehen Fra­gen zum The­ma Hof­erb­fol­ge? Dann ver­ein­ba­ren Sie ger­ne einen Ter­min zu einem Erst­ge­spräch.

Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V.
Deutsche Anwalts-, Notar- und Steuerberatervereinigung für Erb- und Familienrecht e.V.
Deutsche Gesellschaft für Agrarrecht
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